100 Tage mit Orka Shad und Sirene
Geschrieben von: Tobias Schmeer   

Vorab ein paar Worte zu meiner Person. Ich heiße Tobias Schmeer, bin 27 Jahre alt und begeisterter Spinfischer. Ich lebe in Niedersachen und bin viel in der Region unterwegs. Da das Angeln der häufigste Grund für meine Touren ist, haben meine Testköder in einer Vielzahl verschiedener Gewässer gebadet und mussten dort ihr Können unter Beweis stellen. So waren wir an Rhein und Weser, am Edersee, am Mittellandkanal und an vielen Kiesseen, Teichen und am Forellenbach. Überall mussten sie mit hin und haben sich überall bewehrt!

Meine Reisegefährten einmal beim Namen genannt sind die Orka Sirene in 7cm und 10cm und der Orka Shad in 5cm, 7cm und 11 cm. Getestet in den Farben YR, PB, BR (Shad) und SR, BR, G, V (Sirene).

All diese Köder in den verschiedenen Farben, haben mich in jeder Situation aufs Neue überrascht und haben mir wenig Anlass zum Nörgeln gegeben.



Jetzt zuerst einmal zum Shad. Der Shad von Orka hat einen erstaunlichen Lauf durch seinen dicken Bauch. Nicht nur mir, sondern besonders den Hechten hat es gut gefallen, wie der 11cm Shad an leichteren Jigköpfen durchs Wasser taumelt. Bei sehr langsamer Führung geht zwar die Schwanzbewegung verloren, aber dadurch, dass der Köder hin und her kippt verliert er kein Stück an Fängigkeit. Die 7cm Version ist der einzige Köder in meinem Arsenal der genau das getan hat, was ich erwartet habe. Ein super Lauf, steht der Konkurenz in nichts nach und fängt gute Barsche. Der kleine 5er allerdings, hat mich wieder verblüfft. Extra zum Barsche fangen eingeplant, konnte ich erstaunlicher Weise nicht mehr als eine Hand voll Barsche damit landen. Was nicht daran lag das sie ihn nicht mochten, vielmehr daran, dass der kleine Shad leider recht schnell geführt werden muss damit der Schwanz Aktion zeigt. Und das hatte dann zur Folge, dass Döbel und Rapfen grundsätzlich auch Interesse zeigten und immer schneller am Köder waren als die Barsche. Kein Grund zur Beschwerde, denn auch Döbel und Rapfen sind wilde Kämpfer und gern gesehene Beute. Selbst am Edersee unter einem Steg schoss ein Rapfen auf den Köder, noch ehe ein Barsch reagieren konnte.


Beim Fischen in der Dämmerung hat sich die Farbe BR durchgesetzt. Obwohl die 10cm Sirene kein Zwerg ist, hatten es Fische aller Größen auf sie abgesehen. Auch Barsche der Kategorie „Fingerlang“ haben öfters bis hin zum Ufer versucht der Sirene ihren Schwanz abzubeißen.

Auch die Sirene hat mich überzeugt. Und das auf ganzer Linie. Sie läuft hervorragend, auch wenn man sie extrem langsam einholt. Sie zeigt ein schönes Spiel mit ihrem sehr flachen Schwanz, egal ob gezupft oder gezogen. Das erstaunliche an der Sirene ist aber, dass man sie so vielseitig einsetzen kann. Besonders mit der 7cm Version hatte ich viel Spaß und in der Farbe SR hat sie sich auf ewig einen Stammplatz in meiner Box erarbeitet. Man kann sie jiggen, an Drop-Shot, Texas- und Caroliner-Rig fischen und mit Bellyweight auch super als Softjerk gebrauchen. Sogar am Spirolino hat sie eine gute Figur gemacht, für abgebrühte Forellenseebewohner sicher ein Versuch wert, für Barsche bestens geeignet. Wirklich ein Köder für alle Methoden. Dadurch konnte ich Barsch, Hecht, Zander, Döbel und auch Forellen mit diesem Köder überlisten. Mit der 10cm Version waren Zander- und Barschfänge möglich, aber auch einige kleine Hechte konnten nicht widerstehen. Die 7cm Sirene brachte überwiegend Barsche und Forellen.

Köderübergreifend möchte ich noch ein paar Worte zu der Gummimischung verlieren.

In meinen Augen gibt es an der Festigkeit der Mischung nichts auszusetzen, es ist ein guter Kompromiss gefunden worden, der eine passable Lebensdauer bei sehr guten Laufeigenschaften garantiert. Dass ein filigraner Köder wie die Sirene von Zeit zu Zeit den Schwanz abwirft, stört bei der Fängigkeit wenig. Die Haken sitzen gut und rutschen nicht einfach heraus. Abfärben oder gar andere Gummis anlösen, ist bei den Orkaködern auch kein Thema. Allerdings konnte ich öfters beobachten, dass gerade den Barschen etwas an der Mischung nicht zu schmecken scheint. Immer wieder konnte ich Barsche dabei beobachten, wie sie den Köder gierig und tief inhalierten, ihn aber recht flott wieder ausspucken wollten und das auch getan haben wenn der Haken zu gut am Köder angelegen hat.

Soweit zur Köderbeschreibung, jetzt noch ein paar Bilder um zu zeigen, dass die Orka Gummis wirklich Fische fangen.


Hier eine schöne Bachforelle, wie ich sie mit der 7cm Sirene und dem 5cm Shad am Bach oft überlisten konnte. Am Besten waren hier die Farben SR und V am leichten Jigkopf.

Am Bach konnte der mitbestellte Schlittenjigkopf  zeigen, dass er sich besser als klassische Köpfe über Algen und Kraut hinweg bewegt.

Am erfolgreichsten war es, die Köder in der Strömung langsam flussab in Richtung Löcher oder Unterstände hüpfen zu lassen. Bei leichter Strömung mit der Sirene, fließt es schneller, mit dem Shad. Aber stets auf gute Deckung achten, sonst ist der Fisch schneller weg als der Köder im Wasser.



Am Edersee hat uns im Hochsommer die Hitze leider fast einen Strich durch die Rechnung gemacht, dennoch konnten wir einige Fische erbeuten.


Ein kleiner Sonderling. Am Edersee, in der grellen Mittagssonne mussten sich die faulen Barsche diesem flinken Räuber geschlagen geben.

Ein kleiner Rapfen der den Orka Shad zum Fressen gern hatte.

Am See sollte der Bleikopf nicht zu leicht sein damit der Köder auch beim absinken noch schön spielt.

An den Baggerseen und Teichen in unserer Gegend konnte die Sirene besonders am Jig und am Drop-Shot-System überzeugen. Zahlreiche Barsche sind dem Spiel der kleinen Verführerin zum Opfer gefallen. Als Drop-Shot-Haken kommt, wenn möglich, ein Finessehaken zum Einsatz, weil die langen Offsethaken den Schwanzansatz der Sirene durchstechen und die Lebensdauer dann erheblich verkürzen.



Einer von vielen Kanalbarschen. Es ist eine wahre Freude mit der Sirene am Texas- und am Caroliner-Rig am Kanal unterwegs zu sein. Hat man erst einmal raus, wo die Barsche sitzen, kann man sie mit der kleinen 7cm Sirene in allen Größen erbeuten. Bei 5 Trips zum Kanal, konnte ich Barsche von Handflächengröße bis knapp über 30cm fangen. Das funktioniert sehr gut mit dem Texas-Rig. Stellt sich eine Beißflaute ein, einfach einen Stopper einbinden und so zum Caroliner umbauen. Der langsam nach unten taumelnde Köder macht die Burschen dann wieder ganz wild. Wichtig ist einen leichten Haken zu nehmen, damit die Sirene schön langsam sinkt.

Hier ein schöner Herbstbarsch zum Ende der Testphase gefangen. Gerade jetzt zur kalten Jahreszeit hin macht sich der 7cm Shad recht gut. Je nach Beutevorkommen wäre auch eine Nummer größer zu empfehlen.

Nahe am Grund führen und dem Köder nach dem Aufsetzen an gespannter Schnur 2-3  Sekunden Zeit geben, so kippt er nicht nach hinten sondern langsam seitlich. Das geht allerdings mit runden Jigs besser als mit dem Schlittenjig von Orka.



von Tobias Schmeer

[ ↑ ] nach oben